Fulda – Zwei Wochen Kreativ-Seminar

Ich sage ja immer, dass der Beruf des Maler und Lackierers wahnsinnig viel zu bieten hat. Hier durfte ich wieder einmal ganz viele tolle Techniken lernen.  Es macht einfach super viel Spaß.

Die Innung veranstaltet jedes Jahr für das 3. Lehrjahr einen zweiwöchigen Kurs, indem kreative Maltechniken, die in der Schule und auf der Baustelle so nicht behandelt werden können, ausprobiert werden.

Leiterin des Kurses ist wie auch in Italien - Melanie Nüsch. Wir (unsere beschauliche Gruppe von 7 Personen) trafen uns also am Montag in Fulda an der Ferdinand Braun Schule. 
Nach einer kleinen Suche habe ich auch den Raum im 3. UG der Schule gefunden. 

Am ersten Tag erklärte uns Melanie, was alles auf uns zukommen wird. Verschiedene Imitationen von Holz und Marmor, Vergoldungen verschiedener Dinge, Rosteffekte, venezianische Spachteltechniken, Tadelakt und vieles mehr. 
Am Ende wurde der Gustav - Krause - Gedächtnispreis verliehen.

Holzimitation: -ich und mein Holz - ich und mein Holz HOLZI HOLZI HOLZ-

Das erste Themengebiet im Kurs: Mit Bierlasur und Pigmenten fingen wir an, unsere ersten Hölzer zu malen und es ist gar nicht so einfach, wie es bei Melanie aussieht. 
Auf unseren Platten konnten wir verschiedene Imitationen ausprobieren.
Also los geht’s, das schaffe ich ja locker – HAHAHAH – NICHT! irgendwie sah mein Holz nicht so nach Holz aus … Die Perfektionistin in mir bekam wieder die Krise. Deshalb war erst einmal Schluss mit Holz und wir fingen an mit Marmor-Imitation. Dies ging mir ein wenig besser von der Hand.
Auch am Ende des Kurses kann ich sagen – Holz kann ich noch eine Weile üben, bis es mir leichter von der Hand geht.

Marmorimitation:
Weg vom Holz hin zum Stein – wieder mit Bierlasur und Pigmenten fingen wir mit Marmor an. Das hat echt super viel Spaß gemacht und ich habe gleich mehrere Platten „marmoriert“. Das Adern ziehen ist zwar ein wenig kniffelig, aber ich habe mich sehr gut reingefunden und werde das auf jeden Fall zuhause weiter ausprobieren.

Auf einer meiner Marmorplatte versuchte ich eine Art Illusionsmalerei. Ich glaube für das erste Mal ist es ganz gut gelungen aber auf jeden Fall verbesserungswürdig. Das war auch super!

Gips – von Schüsseln und Engelchen

Gips ist eigentlich ein sehr einfaches Material, was wir aufpeppen wollten. Wir konnten jeder 2 Schüsseln und einen Engel gießen (ich habe 2 gemacht, denn ich konnte mich für keine Technik entscheiden). Am Ende vom Kurs wurden die Schüsseln innen mit Metalloptiken gestaltet und von außen war eine freie Gestaltung möglich. 
Der Engel wurde  mit einer Ölvergoldung auf Schellack vergoldet à nur so nebenbei erwähnt Schellack besteht aus dem Kot von Läusen. Dieser wird gesammelt und in einer Art Platte gepresst und anschließend in kleine Plättchen geschnitten und verkauft à klebt aber super :D

Tadelakt:

Tadelakt ist eine marokkanische Kalktechnik, die dort vor allem für Bäderlandschaften verwendet wird. Wir durften das ganze ausprobieren und zwar an Kugel,  Schüssel und Platte.

Nach einem Putzgrund kommen 2 Schichten Kalkspachtel auf alles und danach wird mit einem Stein geglättet. Bei unseren kleinen Flächen geht das ja noch, aber es hat verdammt lange gedauert, alles glatt zu polieren. Ich für meine Person werde ganz sicher nie ein ganzes Bad mit so einem Stein polieren :O

Wir polierten den Tadelakt weiter und rieben ihn mit Olivenölseife ein, damit er wasserabweisend wird. Übers Wochenende trocknete alles und wir konnten am Montag wieder mit Olivenölseife polieren. Anschließend konnten wir ein Wachs auftragen, um den Glanzeffekt zu steigern. Ich habe zusätzlich ein bisschen Gold dazu gemischt.

 

 

Rostimitation:

Bei der Rostplatte waren alle Gestaltungsmöglichkeiten offen. Mit Depron, Schrauben, Muttern Plastik und allem, was wir finden konnten, bastelten wir uns eine Oberfläche, die erst dunkel bzw. dunkel mit Silberschimmer grundiert wurde und im zweiten Schritt mit einem Eisengrund / Metallgrund an den Stellen gestrichen wurde, die dann rosten sollten. 
Nachdem das ganze getrocknet war, konnten wir vier verschiedene Säuren (passend zu unserem Produkt) aufstreichen. Je nachdem welche Säure man verwendet, rostet das Eisen anders. 
Das hat mega viel Spaß  gemacht und ich bin richtig begeistert von meiner Platte. 

Das 2. Engelchen musste auch dran glauben und wurde kurzerhand mitgerostet. Sieht auch super aus. Meiner Meinung nach fast besser als der Goldene.

Glättetechnik:

Neben dem Tadelakt verarbeiteten wir auch eine venezianische Glättetechnik, wie ich sie von vielen anderen Herstellern schon einmal zuhause oder auf Lehrgängen kennen gelernt hatte. Wir prägten noch einmal positiv und einmal negativ die Worte KALK bzw. calce ein. Auch sehr schön. Aber ich habe ja schon in anderen Beiträgen  gesagt, dass ich solche Kalkpressglättetechniken sehr mag.

Vergolden: 
 Das Engelchen wurde mit einer Ölvergoldung ein wenig aufgepimpt. Außerdem vergoldeten wir einen Bilderrahmen halb mit Ölvergoldung halb mit Gelantine-Vergoldung. Sehr spannend aber auch sehr schwer, wenn einem das lose Gold die ganze Zeit wegfliegen will. Da muss man schon ein bisschen probieren, bis man den Bogen raushat. 
Auch eine Zierleiste für die Marmorplatte verschönerten wir mit Blattgold.

DAS HIGHLIGHT – DER HOCKER
Zu Beginn des Seminares bekam jeder einen Hocker von Werkhaus, der zusammengesteckt werden muss. Die Aufgabe war. Jeder gestaltet seinen Hocker, wie er möchte mit Dingen, die er schon kann oder die er hier gelernt hat. 
Ich entschied mich sehr schnell für eine Vintage Optik – Also alte Holzbretter – Ironie pur, weil Holz ja nicht so funktionierte, wie ich wollte. Zum Glück gibt es da den Maser Boy. Ein Werkzeug, das durch Ziehen und Wippen eine schöne Holzstruktur zaubert. 
Nachdem die Holzoptik da war, lasierte ich in drei verschiedenen Tönen darüber, sodass es weißlich grau aussah. Mit Türkis wurde der Vintage Charakter gezaubert. Den krönenden Abschluss lieferte meine Mandala Schablone für die Sitzfläche -vor 3 Monaten gekauft, mit dem Satz: „da mache ich mal etwas mit.“ Jetzt kam sie direkt zu ihrem ersten Einsatz. Ich liebe meinen Hocker <3

Der Hocker gefiel nicht nur mir, sondern auch der Jury des DR. Krause- Gedächtnispreises. Meisterschüler der Ferdinand-Braun-Schule und unsere Gruppe bewertete bei unserer Ausstellung am Freitag unsere Werke und vergaben Punkte in den Kategorien Hocker (doppelte Wertung ), Holz und Marmor; Gipsschüssel; Rost; Tadelakt und Glättetechnik; 
Nach professioneller Auswertung stand fest dass mein Hocker mir zum Sieg verholfen hat. Das hat mich mega gefreut, weil ich echt nicht damit gerechnet hatte, denn wir hatten sehr viele gute und kreative Maler  und Malerinnen in unserer Gruppe. 

So ging es dann mit vollem Auto (die Bunte Zukunft ist fast aus allen Nähten geplatzt) ganz vorsichtig Richtung Heimat um zuhause alles präsentieren zu können. 
Die zwei Wochen haben so viel Spaß gemacht, dass ich gerne noch länger geblieben wäre.

Denk immer daran, …

… es kommt auf Dich an, wie bunt Dein Leben ist!

Jessica Jörges

HI! ICH BIN JESSICA!

Auf Bunte Zukunft berichte ich euch regelmäßig über meine Ausbildung zur Malerin- und Lackierererin.

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